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Aufruf zur Diskussion über den sorgsamen Umgang mit Wasser
Die Diskussion geht weiter
Prof. Dr. Andreas N. Grohmann, Berlin, stellt uns nun den zweiten Teil seiner Reihe „Sorgsamer Umgang mit Wasser” vor. Dieser Part trägt den Untertitel „Die Suche nach treffenden Begriffe” und soll unseren Mitgliedern, aber auch allen am Thema Interessierten die wichtigsten Begrifflichkeiten dieses Themas vor Augen führen. Leider verschließen wir uns gern vor der Vorstellung, dass wir Wasser eigentlich nicht verbrauchen und deshalb auch nicht „sparen” können. Wir können Wasser allerdings „nutzen” oder „gebrauchen”, wie dies bei vielen anderen Ressourcen (z.B. bei Bodenschätzen) auch der Fall ist.
In diesem Zusammenhang ist es nützlich, Begriffe wie „mittelbarer und unmittelbarer Wasserbedarf”, „virtuelles Wasser”, „Wasser im Kreislauf ” und „Mehrfachnutzung” zu definieren und zur Diskussion zu stellen. Wir wollen versuchen, die Frage zu klären, ob diese Begriffe tatsächlich nützlich sind. Oder verhindern sie möglicherweise sogar eher ein umfassendes Verständnis der regionalen bzw. der globalen Wasserproblematik?
Der Verein WaBoLu möchte zu diesem Thema eine möglichst breite Diskussion eröffnen. Prof. Dr. Andreas N. Grohmann, langjähriger Experte auf dem Gebiet der Trinkwasserhygiene und ehemaliger Leiter der Abteilung Trink- und Badewasserhygiene des Umweltbundesamtes, lädt mit seinem Artikel „Sorgsamer Umgang mit Wasser” zur kontroversen Diskussion ein.
Prof. Grohmann wird auch die Diskussion moderieren.
Richten Sie bitte Ihre Diskussionsbeiträge per E-Mail an: Herrn Prof. Dr. Andreas Grohmann, Berlin
Sorgsamer Umgang mit Wasser
Teil I : Einführung in die Problematik (PDF 252.6 kb)
Teil II : Die Suche nach den treffenden Begriffen (PDF 327.1 kb)
Teil III : Abschliessender Diskussionsbeitrag(PDF 449 kb)
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Nachruf auf Prof. Dr. Ulrich Hässelbarth
Am 30. November 2010 verstarb Prof. Dr. Ulrich Hässelbarth im Alter von 82 Jahren.
Prof. Hässelbarth war Ehrenmitglied des Vereins Wasser-, Boden- und Lufthygiene e.V. sowie Mitglied des DVGW und der Wasserchemischen Gesellschaft.
Der Verein für Wasser-, Boden- und Lufthygiene e.V., deren Ehrenmitglied Prof. Hässelbarth war, dankt ihm für sein Wirken und trauert mit seiner Familie.
Der folgende Nachruf wurde verfasst von Prof. Dr. Grohmann, Berlin,
Ehrenmitglied des Vereins WaBoLu.
Vorstand und Geschäftsführung des Vereins WaBoLu danken Herrn Prof. Grohmann für diese sehr ausdrucksstarken Worte, die das Wirken von Prof. Hässelbarth eindrucksvoll belegen.
"Der Kopf ist meistens rund, doch die Gedanken liegen quer, da stößt man sich die Hirnhaut wund und leidet auch noch sehr." Trocken und ernst vorgetragen, versöhnte er Kontrahenten in schwierigen Sitzungen, die sich ein Lächeln nicht verkneifen konnten, mit solchen Anmerkungen.
So bleibt uns Ulrich Hässelbarth in Erinnerung.
Zum Ende des Krieges war er mit 16 (!) Jahren nicht zu jung, um als Flakhelfer eingezogen zu werden. Zum Glück hatte seine Einheit die falsche Munition und er nutzte die Gelegenheit, sich bei einer Fernmelde-Einheit nützlich zu machen und so das Inferno des Kriegsendes zu überleben. Nach Kriegsende schloss er eine Lehre ab, um das väterliche Geschäft mit Polsterleder zu übernehmen. Abends jedoch ging er zur Gabbe-Lehranstalt, schaffte das Abitur und ging als Student an die FU Berlin. Er promovierte bei Prof. Ivan Stranski am Fritz-Haber-Institut über Amalgam, genauer das System Kupfer-Quecksilber.
1959 kam Ulrich Hässelbarth zum 1901 gegründeten Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene (WaBoLu) in Berlin Dahlem, das damals zum Bundesgesundheitsamt gehörte. Er war dort Abteilungsleiter von 1973 bis zu seiner Pensionierung 1991. Hier hat er Anfang der 1960er Jahre mit Sven Carlson Untersuchungen zur Desinfektion von Wasser durchgeführt und die heutigen Vorstellungen über Einsatz und Wirkung von Chlor in Trinkwasser und Schwimmbeckenwasser geprägt: Aufbereitung ist Voraussetzung für eine Desinfektion und der Versuch, schlecht aufbereitetes Wasser zu desinfizieren, scheitert selbst dann, wenn übermäßig viel Chlor eingesetzt wird. Sie haben gezeigt, dass eine hohe Redoxspannung an einer Pt-Elektrode in Wasser mit nur 0,1 mg/l Chlor ein zuverlässiger Indikator für gut aufbereitetes Wasser und wirkungsvolle Desinfektion ist. Die heute selbstverständlich gewordene Überwachung der Qualität von Schwimm- und Badebeckenwasser mit Redox- und pH-Wert beruht auf ihren Arbeiten. Auch weitere neue Erkenntnisse zur Minimierung der Desinfektionsnebenprodukte (z.B. Chloramin) in Badebecken, u.a. durch wirkungsvollere Beckendurchströmung, Flockung mit Regelung des pH-Wertes und Einsatz von Aktivkohle, fanden auf Initiative von U. Hässelbarth, gestützt auf eigene Forschungsergebnisse, Eingang in das Regelwerk. Für seine Verdienste auf diesem Gebiet wurde er 1988 von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet. U. Hässelbarth wurde aufgrund seiner Fachkompetenz 1989 einstimmig zum Obmann der Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der DIN 19643 (Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser) gewählt, die nach 25 denkwürdigen Sitzungen, immer gewürzt mit seinem Berliner Humor, 1997 mit hohen aber umsetzbaren technischen Anforderungen herausgegeben wurde. Das geflügelte Wort "da müssen wir Hässelbarth fragen" unterstrich in besonderer Weise seine Kompetenz.
Es geht aber auch völlig ohne Chlor. Im Verbund der Wissenschaftler des WaBoLu, gemeinsam mit Virologen (S. Carlson), Mikrobiologen (Gertrud Müller) und Biologen (D. Lüdemann) hat U. Hässelbarth in der Fachwelt das Wissen verankert, dass Trinkwasser keiner Desinfektion bedarf, wenn Maßnahmen bei Ressourcenschutz, bei der Gewinnung und Aufbereitung und bei der Pflege des Rohrnetzes dafür sorgen, dass Trinkwasser hygienisch einwandfrei in den Häusern zur Verfügung steht. Die DIN 2000 (Leitsätze der zentralen Wasserversorgung) und die Trinkwasserverordnung spiegeln dieses Wissen. Mitte der 1970er Jahre gelang es, die Berliner Wasserbetriebe hiervon zu überzeugen, die daraufhin, erst probeweise und dann mit voller Überzeugung, die Chlorung einstellten, obwohl die Wassergewinnung auch Uferfiltrat einbezog. Das gab gewisse Verstimmungen mit der amerikanischen Schutzmacht, mit dem Ergebnis, dass im Bereich Dahlem bei jedem Wechsel in der Leitung des US Sanitätsdienstes das Trinkwasser gechlort werden musste, bis der neue Sanitätsoffizier von der Richtigkeit des Verzichts auf Chlor bei hygienisch einwandfreiem Wasser überzeugt wurde.
Ein weiterer Bereich, der von U. Hässelbarth geprägt wurde, ist mit dem Begriff Eutrophierung der Gewässer umrissen. Gemeinsam mit Prof. Bernhardt von der Wahnbachtalsperre wurden, dem Minimum-Satz von Liebig folgend und ausgehend von den Untersuchungen von Vollenweider, Verfahren zur Phosphatelimination bis herab auf 0,01 mg/l Phosphat entwickelt und an Zuläufen von Talsperren und Seen eingesetzt. Sie sind nach heutigem Verständnis notwendige Maßnahmen in der Kette Ressourcenschutz-Gewinnung und Aufbereitung-Pflege des Rohrnetzes, für die nunmehr der Begriff "multiples Barrierensystem" international angewendet wird. Damit wurde der Übergang von der überholten Annahme der so genannten Selbstreinigungskraft der Gewässer zum heutigen Wissen der mehrstufigen Reinigung von Abwasser und der Kreislaufnutzung des Wassers eingeleitet.
Wenn heute Trinkwasser aus der Leitung den Vergleich mit abgepacktem Trinkwasser nicht zu scheuen braucht, so ist dies mit ein Verdienst von Ulrich Hässelbarth. Er hat konsequent Minimierungsgebote in die Trinkwasserverordnung und in die technischen Normen für Trinkwasser (DIN 2000) eingebracht. Aus der Vorgabe, gesundheitlich unbedenkliche Verunreinigungen des Wassers nur zu dulden, wenn sie technisch unvermeidbar sind, ergab sich sein Anspruch, die Grenze des technisch Unvermeidbaren immer weiter nach unten zu drücken. Nach seiner Pensionierung war er als Gast der Trinkwasserkommission nochmals an der Novelle der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) beteiligt, die er als Mitherausgeber kommentiert hat.
Prof. Dr. Andreas N. Grohmann, Berlin
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Schriftenreihe Band 142
FACHTAGUNG FÜR BIOGENE SCHADSTOFFE UND GESUNDHEIT
Mikroskopischer Schimmelpilzkurs
Von „Schwärzepilzen” zu „Zygomyzeten”
12. - 16. September 2011 , Berlin
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Schriftenreihe Band 141
18. WaBoLu-Innenraumtage 2011
Energiesparlampen und andere Innenraumfragen
30. Mai bis 1. Juni.2011 , Berlin
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Schriftenreihe Band 140
19. Wasserhygienetage Bad Elster
- Die Wasserversorgung in der Umwelt -
9. bis 11. Februar 2011
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Schriftenreihe Band 139
WaBoLu-Wasserkurs Berlin
- Fortbildungstagung für Wasserfachleute -
2. bis 4. November 2010
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Schriftenreihe Band 138
FACHTAGUNG FÜR BIOGENE SCHADSTOFFE UND GESUNDHEIT
Gesundheitliche Aspekte, Sanierung,
Desinfektion und neue Nachweismethoden
für mikrobielle Schadstoffe
16. bis 17. September 2010
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Schriftenreihe Band 137
17. WaBoLu-Innenraumtage 2010
Emissionen aus Bauprodukten und Kulturgütern
und andere aktuelle Probleme
10. - 12. Mai 2010
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Schriftenreihe Band 136
18. Wasserhygienetage Bad Elster 2010
- Die Wasserversorgung in der Umwelt -
3. bis 5. Februar 2010, Bad Elster
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Schriftenreihe Band 135
FACHTAGUNG FÜR BIOGENE SCHADSTOFFE UND GESUNDHEIT
Gesundheitliche Aspekte des Schimmelpilz- und Bakterienbefalls
sowie mikrobiell bedingter Schäden an Baumaterialien und Kulturgütern
13. bis 18. September 2009, Berlin
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Schriftenreihe Band 134
WaBoLu-Wasserkurs 2009
- Fortbildungstagung für Wasserfachleute -
3. bis 5. November 2009, Berlin
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Schriftenreihe Band 133
16. WaBoLu-Innenraumtage, 2009
- Gesund Bauen und Wohnen - aber wie? -
18. bis 20. Mai 2009, Berlin
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Schriftenreihe Band 132
4. WaBoLu-Symposium, Berlin, 2009
Aktuelle Aspekte der Trinkwasserhygiene in Europa
Current Aspects of Drinking-Water Hygiene in Europe
2. April Berlin
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Schriftenreihe Band 131
17. Wasserhygienetage Bad Elster
- Die Wasserversorgung in der Umwelt -
4. bis 6. Februar 2009, Bad Elster
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Schriftenreihe Band 130
WaBoLu-Wasserkurs 2008
- Fortbildungstagung für Wasserfachleute -
4. bis 6. November 2008 in Berlin
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Verein WaBoLu in neuem Gewande
Der traditionsreiche Verein für Wasser-, Boden- und Lufthygiene e.V. hat seit dem 01.07.2003 eine neue Geschäftsführung. Der in Gelsenkirchen ansässige Verein zur Bekämpfung der Volkskrankheiten im Ruhrkohlengebiet e.V., Träger des Hygiene-Instituts des Ruhrgebiets, führt nun die Geschäfte des Vereins WaBoLu unter Wahrung der Eigenständigkeit beider Institutionen. |
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Prof. Dr. Lothar Dunemann, Direktor des Hygiene-Instituts, ist Ansprechpartner in allen die Geschäftsführung des Vereins WaBoLu berührenden Fragen.
Hauptzweck der Kooperation der beiden 1902 gegründeten Vereine ist die Förderung der Hygiene in Deutschland und in Europa.
Der Verein WaBoLu präsentiert sich gleichzeitig auch in einem neuen Gewand: Das neue Logo soll in zeitgemäßer Form die untrennbare Einheit von Wasser, Boden und Luft symbolisieren. Möglicherweise negative Einflüsse auf die menschliche Gesundheit sollen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Expositionspfade beurteilt werden. Die Tradition des Vereins WaBoLu bleibt in vollem Umfang gewahrt und wird im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes weitergeführt. |
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Dem bisherigen Geschäftsführer, Herrn Dipl.-Ing. Heiner Nobis-Wicherding, gilt besonderer Dank für die langjährige Tätigkeit zum Wohle des Vereins WaBoLu. |
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Prof. Dr. Lothar Dunemann
Geschäftsführung des Vereins WaBoLu
Internet: www.hyg.de
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